Unter Online-Öffentlichkeits verstehen viele Touristiker leider immer noch ausschließlich das einstellen von Pressemitteilungen (für Printmedien) auf sogenannten Presseportalen. Für eine sehr begrenzte Anzahl von diesen Nachrichtenmarktplätzen mag der dafür betriebene Aufwand sinnvoll sein, für die Masse ist dies nur verschwendete Zeit, die viel effektiver für direkte Propaganda genutzt werden kann.
Für ein wenig Um-die-Ecke-denken bin ich immer zu haben und ich hoffe ich kann meine Idee, die mir durch den Kopf irrlichtert, anschaulich erklären. Vorab braucht man noch die Information, dass ShortNews mit Abstand die besucherstärkste News Community ist, noch mit deutlichem Abstand zur Holtzbrinck-Beteiligung Webnews. YiGG vergessen wir ganz schnell in diesem Zusammenhang.

Das Prinzip hinter ShortNews: Angemeldete Mitglieder können hier auf Nachrichten von Web-Quellen verweisen. Der Inhalt wird für die anderen Mitgliedern, die die Meldung anschließen bewerten bzw. Kommentieren, in eigenen Worten zusammengefasst. Die eingereichten Meldungen werden vor Veröffentlichung durch ein Redaktionsteam geprüft. Auf die Originalquelle wird über einen Hyperlink verwiesen. Einige Meldungen werden innerhalb von wenigen Tagen mehr als 20.000 mal gelesen, es wird aber auch fleissig auf die Originalquelle geklickt. Hier liegt der Bestwert einer meiner eigenen Meldungen bei knapp unter 6.000 Besuchern – innerhalb von 24 Stunden.
Wer bereits einen Blick auf ShortNews geworfen hat, dem wird wohl nun auch klar sein, warum Boulevard in der Überschrift zu finden ist und ich eingangs das Wort Propaganda genutzt habe: Nicht jede Meldung ist eine Meldung. Wer ShortNews für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen möchte, der sollte sich um seine Botschaft eine Story nach bester BILD-Manier bastelt. Manchmal liegen die Geschichten einfach auf der Straße, man muss diese nur wahrnahmen. (Touristiker ohne Phantasie können eigentlich hier aufhören zu lesen und nehmen einfach mit, dass es News Communitys gibt.)
Ist die Idee zur Meldung gefunden, muss man sich nur noch Gedanken über die Nachrichtenquelle machen. Das eigene Tourismus-Portal (oder Hotelwebsite etc.) muss es nicht unbedingt sein. Die Story an ganz traditionell bei Online-Portalen platziert werden oder auf einem Blog. Dies hängt ein wenig vom Schreibstil und vom Inhalt ab. Auch sollte man sich nicht gleich nach dem ersten Versuch entmutigen lassen, wenn das Resultat von der Erwartung abweicht. Nicht jede eingestellt Meldung wird ein Blockbuster, es gehört auch etwas “Händchen”, Erfahrung und ein klein wenig Glück dazu, aber die Mühe lohnt.
20.000 Leser ist eine enorme Anzahl, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, denn es musste dazu explizit das Interesse vorhanden sein, die Unterseite mit genau dieser Meldung zu öffnen. Kein Vergleich mit Auflagen oder Leserzahlen der gedruckten Medien, bitte. Greifen wir uns selbst an die Nase: Wenn wir eine Zeitung “lesen”, welchen Prozentsatz der gedruckten Artikel lesen wir wirklich? Eben …
BILDHINWEIS: Ein Wasserspeier am Rathaus der Marktgemeinde Hohenburg.
